12. Juni 2020 - Technik-News

Erst bestätigen, dann surfen

Wenn der Klick vor dem Seitenbesuch zwingend notwendig ist, dann wurde das Urteil des EuGH bereits umgesetzt. Nur was heißt das im Detail?


Wir haben uns alle an das kleine Banner auf den Webseiten gewöhnt. Manchmal ignorieren wir es, manchmal klicken wir ohne genaues Hinsehen auf „Verstanden“, weil es wichtige Information verdeckt oder zu groß ist.
Es handelt sich dabei um das Cookie-Banner. Dieses weist darauf hin, dass die Seiten nicht ohne Cookies betrieben werden können. Sie sind zum Beispiel notwendig, um eine Navigation zu ermöglichen. Der Klick auf den Button soll dafür stehen, dass die Nutzer verstanden und eingewilligt haben, bestimmte Informationen von sich preis zu geben. Seit Oktober 2019 ist durch den EuGH allerdings klar, dass das keine eindeutige Einwilligung ist. Deswegen sehen sich jetzt viele Webseitenbetreiber gezwungen, ihre Cookie-Banner zu überarbeiten.

Welcher Keks darf es sein?

Der Webseitenbetreiber planet49 hatte im Cookie-Hinweis das Häkchen zur Einwilligung bereits voreingestellt. Das war der Grund der Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Die Nutzer werden verführt, auch Informationen über ihr Verhalten preis zu geben, was sie vermutlich gar nicht möchten. Deswegen entschied das Gericht, dass die User in Zukunft selbst die Häkchen setzen müssen. Dabei können sie wählen, welche Art von Cookies gespeichert werden dürfen und welche nicht.

Zu unterscheiden sind zwei Gruppen:

  • Notwendige Cookies, wie Informationen über den Login-Status auf der Webseite, Warenkorb-Cookies in Onlineshops oder die Sprachauswahlcookies bei mehrsprachigen Seiten.
  • Marketing-Cookies, die Informationen über das Verhalten der Nutzer mitnehmen.

 

Die Cookies für das Marketing sind auf jeden Fall nicht notwendig und müssen im Zweifelsfalls vom Nutzer selbst ausgewählt werden, sofern dieser eine Aufzeichnung wünscht.
Bis zur ausdrücklichen Zustimmung zur Cookie Nutzung müssen die Cookies und Tracker unbedingt zurückgehalten werden.

Dass der Betreiber der Seite zusätzlich über die Anbieter, Arten, Funktionsweisen und die Speicherdauer der Cookies informieren muss, versteht sich hier fast schon von selbst.
Eine weitere Neuerung ist der Rücktritt von der Cookie-Freigabe. Dem Seitenbesucher muss die Möglichkeit gegeben werden, seine Cookie-Einwilligung nach Bedarf wieder zu ändern.

Fragen bleiben ungeklärt

Trotz der klaren Angaben gibt es immer noch offene Fragen. Muss für jedes Cookie separat eingewilligt werden? Wird dem Besucher der Zutritt zur Seite verwehrt, wenn er nicht einwilligt?
Die Antworten werden teilweise noch erwartet, teilweise ist es ein Graubereich. Im privaten Umfeld ist es bestimmt möglich, den Zutritt zu verwehren. Sobald die Nutzer allerdings auf Seiten von Behörden oder Ärzten wollen muss ihnen der Zugriff gewährt werden.

Fazit

Fest steht nun allerdings:

  • Der Nutzer muss selbständig bestätigen, welche Cookies er speichern möchte.
  • Es darf keine Voreinstellung ausgewählt sein.
  • Der Nutzer darf wählen, ob er alle oder nur die notwendigen Cookies akzeptiert.
  • Dem Nutzer muss die Möglichkeit gegeben werden, seine Cookieeinstellungen wieder zu ändern.
  • Der Betreiber muss über die Arten, Anbieter, Funktionsweisen und Speicherdauer der Cookies informieren.

Wenn diese Einstellungen seitens des Webseiteneigentümers getroffen wurden, steht einer rechtskonformen Seitenbetreibung nichts mehr im Wege. Und der Nutzer darf nach der Auswahl endlich die Seite betreten.

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