24. Juli 2014 - News & Blog

Canvas Fingerprinting ... wenn Cookies wie Peanuts aussehen!

Canvas Fingerprinting... die nicht so neue Art der Überwachung und Wiedererkennung von Webseitenbesuchern... um was handelt es sich hier aber eigentlich?

Es verwundert mittlerweile ja niemanden mehr, dass die Überwachung grundsätzlich ja allgegenwärtig ist.... Cookies, Viren, Trojaner und weitere Technologien, Programme und Funktionen erlauben schon lange die Aktivitäten von Nutzern auf einer Webseite zu überwachen. Einerseits wird das aus sog. Sicherheitsbedenken gemacht - andererseits, um das Surfverhalten zu überwachen - zu einem eher "dunklen" Teilbereich aber eben auch, um möglichst passgenaue Werbung auszuspielen.

Passgenaue Werbung

Passgenaue Werbung... das ist der Schlüsselbegriff hinter einer riesigen Werbemaschine, die immer wieder versucht, noch passgenauere Werbung auszuspielen. Passgenau deswegen, da immer mehr Werbekonzepte an den Erfolg des tatsächlichen Verkaufs gekoppelt sind. D.h. erst wenn ein Verkauf stattfindet, wird auch der Klick auf die ursprüngliche Werbung bezahlt. Für Werbetreibende sehr gut... nur dann entstehen Kosten, wenn auch ein wirklicher Umsatz stattgefunden hat. Für die Werbevermarkter allerdings der Alptraum, da ohne Verkauf eben auch kein Umsatz über die Werbung. Hier kommt das User-Profiling zum Tragen.

Mit User-Profiling die Nutzer möglichst gut bewerben

Wenn ein Werbevermarkter jetzt genau wüsste, was einen Nutzer interessiert... welche Webseiten und Shops er schon besucht hat... und was die Person aktuell so möchte, dann steigt die Wahrscheinlichkeit des Klicks auf eine eingeblendete Werbung. nur hier entsteht das Problem, wie man diese Informationen über einen Nutzer auch erhält.... Google kann viel über die Suchhistorie abdecken... facebook, weiss noch viel mehr über den Stream, aber auch über Alter, Beruf, Schulbildung und setzt das auch ein. Nur die Werbevermarkter sind hier aussen vor und haben sich viele Wege überlegt, wie man diese Informationen erhalten kann.

Das Cookie als historische Version der Nutzerwiedererkennung

Lange Zeit wurde und wird immer noch das Einspielen eines sog. Cookies auf den Rechner des Nutzers als Weg zur Wiedererkennung genutzt. Das Cookie an sich ist eine notwendige Funktion, damit z.B. auch Shops funktionieren... ohne aktivierte Cookies kann ein Nutzer das Web eigentlich nur sehr eingeschränkt nutzen. Damit ist das Cookie grundsätzlich eine gute Option, wenn nicht zunehmend Browsererweiterungen genutzt werden würden, die es eben auch erlauben, diese Werbecookies zu sperren... Werbevermarkter tappen bei dieser Vorgehensweise dann zunehmend wieder im "Dunklen".

Canvas Fingerprinting als Lösung für Usertracking

Jetzt kamen wohl einige Vermarkter - wohl auch die grössten in Deutschland, wie auch der Welt - vor einiger Zeit auf die Idee, ein ganz anderes System zu nutzen, dem man auch nicht wirklich aktuell entkommen kann. Unter dem sog. Canvas Fingerprinting versteht man die Vorgehensweise, wo ein "Fingerabdruck" eines genutzten Browsers als Identifikationsmerkmal verwendet wird. Der Fingerabdruck umfasst dabei sehr viele Informationen, die aus der Installation des Browsers, des Betriebssystems und auch den genutzten Erweiterungen besteht. Diese Information wird beim Besuchen bestimmter Seiten erstellt und an den Server des Werbevermarkters gesendet und dort mit der Information gespeichert, wo der Nutzer aktuell war und was er dort angesehen hat auf Basis der URL. Wenn der Nutzer dann auf eine völlig andere Seite geht, dann wird ein neuer Fingerabdruck erstellt und mit den bestehenden verglichen. Taucht ein Duplikat auf, dann ist es relativ sicher, dass es der gleiche Nutzer ist und dann kann z.B. Werbung für die bereits besuchten Seiten eingestellt werden.

Wie kann man Canvas Fingerprinting entkommen?

Im Moment ist das eher schwierig... mobiele Endgeräte sind durch die eher standardisierten Browser und weniger Plugins weniger eindeutig zu erkennen.... hier besteht also weniger ein Problem für Nutzer. Bei Desktopsystemen ist es fast nicht möglich, dieser Nutzerverfolgung zu entkommen. Die Systeme sind zu unterschiedlich und genau dadurch auch so gut identifizierbar. Man müsste Java Script deaktivieren, was aber keinen Sinn macht, da im Prinzip das komplette Internet auf Java Script setzt. Ein Plugin dagegen gibt es nicht.

Einzig die Nutzung der Tabs mit dem "Inkognito Modus" hilft zu einem gewissen Grad, wenn dort möglichst wenig individuelle Plugins und Erweiterungen installiertt sind... aber auch das wirkt nciht absolut sicher.

Traurig aber wahr... es gibt kein wirkliches Entrinnen... da wirkt die Nachricht, dass manche Unternehmen bereits riesen Datenbestände über Nutzer gesammelt haben nur noch bedrohlicher.

Bildquelle:
redhand auf flickr

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