04. Mai 2018 - Digitalisierung & Industrie 4.0

Wird die Blockchain-Technologie für Unternehmen in Zukunft relevant sein? - Gastbeitrag im Magazin der KANZLEI NICKERT

Erst gehypt, dann verteufelt und jetzt verboten? So kann man den bisherigen Stand der Diskussionen über die Blockchain oftmals zusammenfassen. Dabei werden allerdings oft Äpfel und Birnen… oder genauer gesagt Cryptowährungen und illegale Geschäfte mit einer seriösen Technologie in einen Topf geworfen. Zeit also Mythen aufzuklären sowie auch die Relevanz für Unternehmen einmal näher zu betrachten.

 Was ist die Blockchain?

Die Blockchain-Technologie beschreibt eine Datenbank-Art zur Speicherung von Informationen. Was daran anders ist als in typischen Datenbanken ist die logische Verkettung von Änderungen und Informationen innerhalb einer Speicherkette.

Jede neue Änderung wird chronologisch als Information mit abgelegt und ist so dauerhaft nachvollziehbar. Änderungen sind also jederzeit zuordenbar und eine Fälschung der Logik nicht möglich, da jeder Speicherblock eine sog. Prüfsumme des vorhergehenden Blocks enthält. Diese Blöcke ergeben eine Kette woher auch die Bezeichnung „Block-Kette“ abgeleitet wurde.

Ein weiteres wichtiges Sicherheitselement ist die Verteilung der „Ketteninformationen“ auf alle beteiligten Systeme und nicht mehr nur an einer zentralen Stelle. Das ganze „Konstrukt“ wird dadurch sowohl stabiler, da die Informationen auch beim Ausfallen einzelner Systeme noch vorliegen, aber vor Allem auch fälschungssicherer, da es unmöglich ist an allen Speicherorten eine manipulierte Information einzufügen.

Blockchain ist nicht gleichbedeutend mit Cryptowährung

Oft wird das Thema Blockchain in direkter Verbindung mit Cryptowährungen wie Bitcoin oder Etherium verstanden und dort auch oft mit illegalen Vorgängen in Verbindung gebracht.
Richtig ist, dass Cryptowährungen auf der Blockchain-Technologie aufsetzen. Durch die Nachvollziehbarkeit der Transaktionen war es im Ursprungsgedanken der Cryptowährungen nicht notwendig weitere Informationen zu Sendern und Empfängern zu speichern. Die Technologie konnte das System ohne diese Informationen organisieren. Allein ein eindeutiger Schlüssel aus Buchstaben und Zahlen war zur Identifikation notwendig.

Aber wo Licht da auch Schatten, denn diese ursprünglich als Vereinfachung gedachte Anonymität wurde auch für illegale Finanztransaktionen genutzt. Trotzdem muss man die Technologie Blockchain vom Einsatzzweck Cryptowährung getrennt sehen.

Welche Vorteile bringt eine Blockchain-Technologie und wie lassen sich bestehende Systeme damit verknüpfen?

Zuerst muss gesagt werden, dass die Blockchain-Technologie nicht an allen Stellen Sinn macht. Es ist nicht die eine Lösung für alle Probleme, die vorherrschen. Sehr wohl ist die Blockchain-Technologie allerdings eine wichtige Technologie für die notwendige Digitalisierung von Prozessen, Verträgen oder auch Transaktionen.

An allen Stellen, bei welchen mit Prozess- oder auch z.B. Lieferketten gearbeitet wird oder wo eine Nachvollziehbarkeit für später benötigt wird, da kann die Blockchain-Technologie in Zukunft eine Schlüsseltechnologie sein. Gerade die dezentrale Datenhaltung, unabhängig von einem zentralen organisierenden System, bietet sowohl Ausfallsicherheit wie auch Nachvollziehbarkeit, die mit steigender Komplexität immer notwendiger sein wird.

Gegenüber den Vorteilen steht allerdings eine große Hürde. Bestehende CRM- oder auch ERP-Systeme können mit dieser Art der Speicherung und Datenvorhaltung nicht arbeiten und müssen neu programmiert werden. Auch die Verarbeitungs- und Transaktionsgeschwindigkeit der Blockchain-Technologie kann in manchen Einsatzgebieten noch zu langsam sein.

Sollte ein Unternehmen allerdings im Zuge der Digitalisierung neue Systeme anschaffen oder erstellen, dann lohnt es sich in der Evaluationsphase durchaus auch einen Blick auf die Blockchain-Technologie zu werfen und, wenn passend, bereits darauf aufzusetzen. Langfristig wird eine passende Umsetzung auf der Blockchain-Technologie auf jeden Fall sinnvoller sein, da mit sehr vielen Vorteilen verbunden.

Über den Beitrag:
Der Beitrag erschien im NICKERT Kundenmagazin 2018-01 der KANZLEI NICKERT als Gastbeitrag von Michael Rohrmüller, CEO PixelMechanics.

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