Kritik im Internet und wie Unternehmen damit umgehen (sollten)

Interessant ist, wie das Medium Internet immer mehr zu einem Medium der Aufklärung zum Thema Missstände wird und viele Dinge, die früher wohl eher unter den Teppich gekehrt wurden, werden jetzt aufgezeigt und auch angeprangert.

Der Fall "Jako" gegen das Internet

Genau das musste auch das Unternehmen "Jako", ein Sportbekleidungshersteller, der - und diese Marke wird zu einem erheblichen prozentualen Anteil in Sportvereinen getragen - sich einen Online-Faux-Pas leistete in dem es um einen kritischen Blogger geht, welcher für seine Meinungsäusserung abgemahnt wurde.

Das wäre grundsätzlich nicht als kritisch anzusehen, wenn gerechtfertigt. In diesem Fall hatte der Blogger dann auch den entsprechenden Beitrag aus seinem Blog entfernt - wurde allerdings Wochen später abermals abgemahnt, dass der Eintrag noch in einem ausländischen Blogverzeichnis gefunden werden konnte. Natürlich konnte das der Blogger nicht mehr beeinflussen - so funktioniert das Internet eben.

Damit nahm der Gau dann seinen Lauf.... andere Blogger nahmen das Thema auf und schon war es in den Online-Fachmedien zu lesen und reichte von der Reichweite bis in die Fangemeinde des gesponserten Vereins, Eintracht Frankfurt , wo Aussagen kund getan wurden, wie "ich kaufe das Trickot nicht mehr, solange dieser Sponsor darauf steht".

Ein kleiner Blog mit einer geringen Reichweite und der Eifer eines Unternehmens haben einen PR-Gau verursacht, der so keinerlei Schaden angerichtet hätte, wenn man die einzelne Aussage des Bloggers ignoriert hätte...

Weitere Infos zum Fall Jako

horizont.net - Eintracht-Ausrüster Jako schießt PR-Eigentor im Web

Wie sollten Unternehmen damit aber umgehen?

Das Internet ist eine Meinungsplattform, wo viel kundgetan werden kann und oftmals haben Unternehmen Angst vor diesen Aussagen. Interessanter Weise ist es jedoch so, dass sich eigentlich stets die Wahrheit durchsetzt und das "Wissen der Massen" Fehler und Unwahrheiten, wie auch Ungerechtigkeiten, schnell aufdeckt. Das klappt so bei Wikipedia und eben auch bei Begebenheiten wie dem Fall "Jako". Unternehmen sind dabei gut beraten, negative Kritik aufzunehmen und darauf konstruktiv zu reagieren - ein schnelles Abmahnen kann eher negativ als positiv wirken.

Bestes Beispiel für den guten Umgang mit negativer Kritik ist sicherlich der Coke-Mentos Fall vor ein paar Jahren.

Coke-Mentos und die Idee "Kunst mit Nahrungsmitteln"

Im Netz wurden plötzlich Videos gezeigt, wo die doch eher "explosive" Wirkung von einem Mentos Dragee in Verbindung mit Cola Light gezeigt wurde. Der Effekt war mit einer Fontäne zu vergleichen und potenziell lebensgefährlich.

Mentos reagierte schnell auf die Kritik und betrieb Aufklärung in der Form, dass ganze Fontänen-Schauspiele gestartet wurden und als Videos auf Youtube zur Verfügung standen. Der Effekt war, das tausende Menschen die Videos betrachteten und mit der Marke Mentos und natürlich auch Cola Light in Berührung kamen. Die Verkaufszahlen von Mentos - wie auch die Bekanntheit von Mentos sind signifikant gestiegen - und nebenbei wurde auch bei den Personen, die die Videos gesehen haben, Aufklärung betrieben, denn wer diese Fontänen sieht, wird es eher weniger im eigenen Magen ausprobieren wollen.

Wenn man auf Youtube nach Coke Mentos sucht, dann kann man zusammen rechnen, dass diese Videos in Summe weltweit über 30 Millionen mal angesehen wurden - das als TV-Werbung wäre für Mentos nie finanzierbar gewesen.

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