Es überrascht wenig, dass die Piratenpartei hier führt - wenngleich natürlich 4.000 Mitglieder noch keine Wahl verändern. Aber trotzdem sind die etablierten Parteien hinten an und die konservativen sogar weit abgeschlagen.
Zum Vergleich - die Facebook-Gruppen aus USA:
Barak Obama: 6.568.901 Befürworter
Sarah Palin: 736.885 Befürworter
Joe Biden: 188.828 Befürworter
McCain: Gruppe scheint nicht mehr zu existieren
Im extremen Kontrast dazu die deutschen Kandidaten:
Angelika Merkel: 14.095 Befürworter
Frank-Walter Steinmeier: 5.105 Befürworter
Ist schon ein starker Abstand - auch wenn Deutschland natürlich kleiner ist als USA - trotzdem mangelt es hier an Reichweite in den Wählerschichten 20 - 40. Hier wird viel Potenzial verschenkt.
Und natürlich muss man noch Twitter betrachten:
Piratenpartei: 13.080 Follower
FDP: 3.494 Follower
CDU_news: 3.319 Follower
CDU_CSU: 1.497 Follower
SPD_de: 1.208 Follower
CSU_aktuell: 468 Follower
Grüne: anscheinend kein zentraler Account vorhanden
Interessanter Weise ist hier der Vorsprung der Piratenpartei nochmal deutlich grösser. Überraschend finde ich, dass hier die FDP Platz zwei belegt und die SPD wiedrum deutlich abgeschlagen ist.
Fazit:
Insgesamt gewinnt man den Eindruck, dass die grossen Parteien nicht wirklich Anhänger im Netz erreichen können - hier wird deutliches Potenzial verschenkt, was auch kaum mehr bis zur Wahl in gut 45 Tagen aktiviert werden kann.
Insgesamt spiegelt es auch den Eindruck, dass die neuen Medien immer noch nicht als relevant eingestuft werden. Auf der Strecke bleibt das Potenzial der Wähler, die sich gar nicht mehr mit klassischen Medien, wie Zeitung und Fernsehen befassen.
Ich persönlich bevorzuge auch den Radiostream aus dem Internet ohne Werbung, lese Online-Nachrichten und lege beim TV-Konsum eine DVD ein... und für diese Menschen hat die deutsche Politik noch keine Kontaktmöglichkeit gefunden. Barak Obama hat es aber vorgemacht und hatte Wahlwerbung sogar in elektronischen Medien und Spielen mit dem Aufruf verbunden zur Wahl zu gehen....
Ein gutes Beispiel soll aber noch genannt werden:
Günter Gloser - Direktkandidat aus dem Wahlkreis Nürnberg Nord lud zu einem Twittagessen ein und es kamen viele aus der Twitter-Szene - unter Anderem die Direktkandidaten der Piratenpartei - Emanuel Kotzian - und der CSU - Dagmar Wöhrl. Interessant waren die Gespräche zwischen Herrn Gloser und Herrn Kotzian - nur Frau Wöhrl hielt sich leider im Hintergrund und beteiligte sich nicht - vielleicht weil die Thematik zu Netz- und Jugend-lastig war?
Das Event zeigte allerdings im Kleinen, dass es eben interessant ist, mal den direkten Kontakt aufzunehmen und auch "Diskussionsvergleiche" selbst auf der Stufe der Direktkandidaten zu sehen.
Warum versteht das nur kein Politiker - oder scheuen viele die Konfrontation und den direkten Vergleich?




